Wir sind früher nie vereist, meine Familie ist immer Zuhause geblieben. Das hatte mehrere Gründe, mein Vater verreiste nicht gerne.
Meine Eltern führten keine harmonische Ehe und so machte jeder sein Ding.
Einen Wunsch hatte mein Vater jedoch immer geäußert, wenn er in Rente ging würde er reisen. Leider erreichte er es nie.
Und so reifte früh der Entschluss zu reisen, möglichst nie Dinge aufzuschieben. Ich bin kein mutiger, abenteuerlustiger Mensch. Jedoch habe ich schon immer alles bewundert. Orte zu entdecken, bei einem Konzert lokal die Menschen zu studieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen war eines meiner Ziele.
Es lädt meine Batterien auf.
Mit dem Reisen verbinde ich auch die Vorfreude, je mehr ich sehen durfte, je mehr weiß ich wie privilegiert wir doch leben.
Die Lebenswirklichkeit in anderen Teilen der Welt ist unglaublich hart. Dazu zähle ich bereits die USA. Wer dort nicht dem System gemäß performt, fällt ungebremst durch ein Raster.
Kommen wir zurück zum Reisen. Natürlich ist es kostspielig und immer eine Frage des Budgets. Nun konnte ich das durchaus auch geschäftlich verbinden. Jedoch ist es auch einige Male so gewesen, das man im Grunde nur in klimatisierten Meetingräumen weit weg von Zuhause sitzt.
Etwas was ich übrigens gar nicht gerne mag. Geschäftlich verreisen ist selten erholsam, es ist stressig und meist sehr lange Arbeitstage.
In einem meiner früheren Leben war ich häufig im Außendienst und eigentlich ständig auf Geschäftsreise. Das war unglaublich anstrengend. Im Gegensatz zu meinen meist verheirateten Kollegen, mußte ich zusätzlich meinen Alltag bewerkstelligen. Das bedeutete natürlich Wäsche und Haushalt kamen on top. Auch wenn wir heute in moderneren Zeiten leben, glaube ich nicht das sich das wirklich geändert hat.
Deswegen ist reisen privat für mich Erholung.
Dinge die nicht immer Sinn machen, so bin ich letztes Wochenende kurzfristig nach Berlin gereist um jemanden zu besuchen, meldete mich zusätzlich bei einer alten Freundin an und schon war das Wochenende gebongt. Abends aufs Kraftklub Konzert, nach einem wunderbaren Tag und danach durch Berlin feiern gehen.
Wie schon gesagt, ich bin kein Abenteurer und nachts alleine durch Berlin wäre mir zu gefährlich gewesen. Und so lief alles wie am Schnürchen.
Ich durfte schon einiges erleben.
Und so kam es das ich von mir behaupten kann mit Aussies Down Under und mit Amis aus den Südstaaten Sweet Caroline gesungen zu haben. Ich durfte zusehen wie Costa Ricaner neben mir vor Rührung bei einem Konzert weinten. Habe einem Kolumbianer wortlos die Hand gehalten, der bei einem Konzert in Tränen ausbrach. Eigentlich fast das halbe Konzert hindurch. Oder in Thailand mit einer ehemaligen Kollegin einen Cocktail zu trinken, die ich dort zufällig traf.
Doch was ist es, was das Reisen für mich ausmacht?
Es sind die Eindrücke, die Düfte, das Essen, die Geschichten. Vergessen sind immer die Kosten, der Ärger bei Verspätungen oder die Gewissheit in brenzligen Situationen davon gekommen zu sein. Häufig folge ich meinem Bauchgefühl und verschwinde sofort aus gefährlichen Vierteln.
Es sind häufig die Menschen die einem per Zufall über den Weg laufen, die man gleich mag. Und so kann es eben auch sein, das mich in einem Urlaub mein Umfeld null interessiert. Ich suche nicht ständig das Gespräch und mag es auch einfach meine Ruhe zu haben.
Das Leben ist aus meiner Sicht zu kurz, auf der ganzen Welt nur am Pool gelegen zu haben. Und so schön Strände auch sind, einen Ausflug ins Landesinnere lohnt meist.
Und so mag ich auch da den Mix, Erholung, Sightseeing und natürlich Sport.
Ja auch im Urlaub, absolviere ich mein Sportprogramm. Es hilft mir gerade im Umgang mit extremen Temperaturen besser damit umgehen zu können.
Diesen Blog schreibe ich auf dem Weg nach Wien
Das nächste Abenteuer oder auch eine Ramen Suppe wartet schon auf mich.
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