Mehrfach habe ich erwähnt wie unterschiedlich ich das Medium Twitter genutzt habe. Es geschah eher aus Neugierde und dem Interesse schneller an Nachrichten zu kommen.
Es ist sehr bequem und angenehm dort Informationen zu erhalten. Häufig eben angenehm kurz. Es gab so einige Highlights, aber es lief eben so im Hintergrund.
Wie Social Media im allgemeinen bei mir. Auf Facebook bin ich nur, um dem Kontakt zu Bekannten und Freunden weltweit nicht zu verlieren. Immer wieder spannend wie die Amerikaner vollkommen unironisch Facebook als Tagebuch nutzen. Es gibt Monate da poste ich dort gar nichts, außer vielleicht mal ein musikalisches Erlebnis.
Nun fand ich es auch Twitter interessant, wie daneben die ganzen Prognosen bei der Wahl von Trump waren. Vollkommen unerheblich wie unsäglich gepostet wurde, die Anhänger schworen ihm schweigend die Treue. Wohlwissend das er das nur für sein Ego betrieb. Manchmal schaute ich jedoch Wochen nicht rein.
Dann kam die Pandemie und es war die einfachste Art dem RKI oder Christian Drosten zu folgen. So bin ich auf die Medi Bubble gekommen. Während der Pandemie wurde meine Mutter immer kränker und es war leider auch über Monate Krankenhaus Besuche angesagt. Hierzu musste ich zwei Stunden anreisen um eine Stunde im Krankenhaus bleiben zu dürfen. Da war Twitter ein gutes Nachschlagewerk.
Interessant war die plötzliche Querdenker Bewegung und es war einfach unglaublich was die für ein Dummzeug zusammen gefaselt haben. Ich war damals unglaublich dankbar sehr früh die Impfung bekommen zu haben und konnte so auch meine Mutter besser schützen.
Ich habe Freunde in Südamerika und was die mir geschildert haben, lässt einen daran erinnern wie privilegiert wir doch sind.
Nach und nach began ich auf Twitter persönliche Tweets von Usern zu lesen. Es ist ganz interessant, teilweise jetzt mit denen zu schreiben. Man kennt die User bereits mehrere Jahre und das nur durch das lesen. Natürlich hat in der Zeit auch so mancher ein Bild von sich gepostet. Daher hab ich zu einigen ein Bild vor Augen. Im übrigen für diejenigen teilweise gruselig.
Spannend ist auch der Umgang miteinander, nun poste und schreibe ich nach den ersten sechs Jahren reinen lesens , recht intensiv. Manchmal habe ich gehadert, wenn jemand mal was blödes unter einen Tweet schreibt. Ich kenne noch genau den Moment wie doof es ist wenn man erst nach Stunden ein Like bekommt. Es ist schwierig die ersten Schritte zu machen und mir haben tatsächlich einige sofort geholfen. Wie hilfreich Hashtag gerade am Anfang sind. Ein Herz oder ein Kommentar ist etwas besonderes, wenn man sich nicht gut fühlt. Es ist ein" ich sehe dich."
Ich hatte recht schnell Anschluss und auch das Glück besondere Menschen kennenzulernen zu dürfen. Natürlich gibt es auch Menschen die einen nicht mögen, aber das wäre auch ein zu hoher Preis Everybodys Darling zu sein.
Es ist faszinierend einen Menschen zunächst nur über seine Art zu schreiben, kennenzulernen. Natürlich kann sich mancher in eine Rolle versetzen und etwas faken. Die meisten jedoch teilen ihre Sorgen und Nöte, mögen sie noch so für Dritte trivial sein. Mit etwas Glück findet sich jemand der mitleidet und tröstet.
Ich habe es selbst schon gemacht und es ist unglaublich herzerwärmend wenn jemand einfach was nettes schreibt. Und das ist es letztendlich, wir haben häufig soviel um die Ohren und das Leben fordert uns jeden Tag. Der eine versinkt im Selbstmitleid, einfach weil es weiß das es ok ist. Der andere kotzt seinen Frust raus, weil es ein sicherer Ort dafür ist. Der andere hat eine anstrengende Lebensphase und findet Beistand.
Und da gibt es auch die Giftspritzen die gerne sticheln oder auch nach vorne heucheln und nach hinten hetzen. Von denen halte ich mich konsequent fern. Es ist ein großer Unterschied ob es darum geht eine Diskussion zu führen und im besten Fall einen Kosenz zu finden. Darum geht es aber nicht. Es geht um das draufhauen, überhöhen und hetzen.Ist ja alles sehr einfach im Social Media.
Nun habe ich tatsächlich über 6.000 Follies. Ich hatte nie einen Plan und sehe das eher gelassen. Natürlich im Grunde nur eine Zahl die nichts aussagt. Es gibt viele stille Leser und das ist auch vollkommen okay.Der Unterschied ist nur das es sehr Wahrscheinlich ein Feedback für einen Tweet gibt.
Spannend war das ich mir das schon habe vorwerfen lassen müssen, ich habe ja eine andere Macht weil ich so viele Follower habe oder es sei etwas besonders wenn ich folge. Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Meine Follower gehören mir nicht und sind eigenständig denkende Menschen. Ebenso hab ich keinerlei Gewicht ode bilde mir etwas drauf ein.
Nun habe ich hier und da eindeutige Nachrichten in DM veröffentlicht. Das diente weniger dem Vorführen der Person, sondern eher einem klarstellen das es nicht in Ordnung ist so den Erstkontakt aufzubauen. So spricht man niemanden an. Es ist kein Fingerpointing wie fies dich alle Männer sind. Das ist Blödsinn, es soll eher andere verschrecken diese Art von Nachrichten zu schreiben. Und häufig funktioniert es auch ganz gut.
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