Ich war beim PowerTrip ein Musikfestival auf dem Gelände des Empire Polo Club in Indio, California . Niemand geringeres als Iron Maiden, Gun's Roses, Judas Priest, AC/ DC, Tool und Metallica gaben sich die Ehre.
Die Preise auf dem PowerTrip hatten Mondpreise für jede Art von Paketen. Ob Shitty Hotel mit Front of Stage, inklusive Verpflegung für 5.000 US Dollar oder Front of Stage, VIP Packages für 1.500 US Dollar das alles war in Sekunden ausverkauft. Mein Ziel war es Front of Stage ohne Chichi zu bekommen. Und tatsächlich funktionierte es.
Auf dem Gelände angelangt, zeigte sich der Empire Polo Club in Indio von seiner besten Seite. Ein Riesengelände, weitestgehend begrünt mitten in einer Wüste. Es zeigt sich auf dem Hinweg warum es den Begriff Coachella Husten gibt. Ein sehr feiner Wüstenstaub waberte über dem Zugang und Parkplatz.
Iron Maiden eröffneten nach Sonnenuntergang das Festival und zeigten sich von ihrer guten Seite. Erstaunlich fit und stimmlich stark erschien ein durchtrainierter Bruce Dickinson. Es waren viele eingefleischte Maiden Fans vor Ort und die Masse ging mit. Interessant waren die gewohnte Vorhang ähnliche Banner die als Hintergrund aufgezogen wurden. Insofern haben sie es durchgezogen, bot doch die Bühne alles was die Moderne Technik zu bieten hatte. In einer Baseball Feld Größe wohlgemerkt.
Kurz darauf erschien Gun's Roses und die Bühne, Liveshow der Band war genial. Dies ließ zum Teil über die schwache Stimme von Axl hinwegsehen. Die Band hatte jeden Song speziell für Powertrip visuell aufarbeiten lassen und so war es auch ein visueller Genuß.
Ein einziger Wermutstropfen war das die Band über 3 Stunden gespielt hat und locker eine davon hätte weglassen können.
Während der Show konnte man seitlich James Hetfield von Metallica sehen. Der sichtlich Freude an der Show hatte.
Der nächste Tag versprach Judas Priest als Nachrücker für Ozzy Osborne und dem Tageshighlights AC/ DC.
Als die ersten Töne von Judas Priest erklangen war ich wieder 18 und sang fast jedes Lied mit. Turbo-Lover, Painkiller und Breaking the law waren für mich die Highlights. Stimmlich war Rob gut drauf und erschien natürlich mit einer Harley auf der Bühne.
Das Gelände füllte sich und jeder zweite trug einen Haarreifen für 20 USD von AC/ DC die das erste Mal seid 7 Jahren in dieser Konstellation auftraten. Für mich war es schon ein Schock Angus Young weißhaarig zu erblicken, habe ich ihn doch noch aus den 90 er in Erinnerung. Sie spielten konzentriert alles großen Hits und ließen sich auch für das Feuerwerk nicht lumpen. Das ganze mit Spezialeffekten auf den Leinwänden machte es rund.
Der dritte Tag ließ schon einen Gewöhnungseffekt erkennen. Irgendwann gewöhnt man sich daran nachts ins Bett zu gehen und spät aufzustehen. Musik zu hören und dann zu feiern. Der Tag war für eine einige herausfordernd, die Mischung aus Tool und Metallica war nicht für jedermann etwas. Und so war der Innenraum noch nicht besonders gefüllt als die Band begann. Tool boten ein phantastisches Set und es war fast spirituell. Ich könnte Wetten das der Sänger ebenfalls ordentlich high war.
Als Metallica erschienen war alles sehr gut gefüllt, die Menge voller Erwartung. Viele waren ursprünglich für Metallica angereist. Wohlgemerkt aus aller Welt. Aber auch AC/ DC zogen gar Australier an, die in ihrem Land nicht die Gelegenheit hatten. Es war an dem Abend ca. mein 60 Konzert von Metallica und ich entschied mich gar nicht zu filmen. Lediglich Master of Puppets mit Moshpit nam ich auf. Um mich herum waren Freunde aus aller Welt und es war eine Riesensause als Metallica ihr 2, 5 Stunden Set abrissen. Es wurde kein Highlight ausgelassen und von den Stagetecs wusste ich das die Band hart geprobt hatte, um nichts dem Zufall zu überlassen.
Alles in allem muss man sich ja fragen ob man verrückt genug ist, die Kosten und den Aufwand auf sich zu nehmen. Ich muss aber sagen das der Veranstaltungsort gut organisiert war und es zum Beispiel immer möglich war kostenlos Waser gekühlt zu erhalten oder an den zahlreichen Essensständen etwas zu kaufen. Auch konnte Verpflegung mitgebracht werden. Tagsüber ist die Wüste mit über 40 Grad nur bedingt zu empfehlen. Masken zum Schutz gegen den Staub sind hilfreich bei der Anreise. Und auch eine Anreise zum Sonnenuntergang genügte um aufs Gelände zu kommen. Dazu bleibt noch zu erwähnen das die Amis angenehme Konzertbesucher sind. Sie quatschen leider sehr gerne während der Konzerte, aber zum Glück nicht alle. Sie sind jedoch entspannt, höflich und hilfsbereit. Es wird nicht gedrängelt und bis wenige dir keinen Alkohol vertragen, war es häufig der Cannabis Rauch der manchmal nervte. Mir wird jedoch unvergesslich bleiben, wie relaxt die Amis am Freitag ihre Bänder abgeholt haben, wohlwissend den Beginn von Iron Maiden zu verpassen. Keiner drängelte oder pöbelte, etwas was in Deutschland undenkbar gewesen wäre. Dort hätte mindestens einer Druck ausgeübt. In California war alles geschmeidig. Etwas was ich sehr schätze.Für mich bleibt das Festival etwas einmaliges in dieser Konstellation und so würde ich vermutlich nicht in 24 erneut anreisen.
Setlist ist hier zu finden
https://www.setlist.fm/setlist/metallica/2023/empire-polo-club-indio-ca-3ba30c18.html
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